Keine Zielflagge für Jörg Viebahn bei den ADAC Ravenol 24h Nürburgring – Es war wieder ein riesiges Fest in der Eifel. 280.000 Zuschauer kamen am gesamten Veranstaltungswochenende der 93. Auflage des 24h-Rennens an den Nürburgring. Für Jörg Viebahn war es kein gutes Wochenende. Nach dem vorzeitigen Ausfall reiste er frustriert ab.
Breits am Donnerstag fanden die ersten Trainingssitzungen statt. Viebahn, der mit „Alboretto“, Yannik Himmels und dem Chilenen Benjamin Hites, einen Aston Martin Vantage GT4 von Prosport Racing. In der Klasse SP10 pilotierte, hielt sich im Training zunächst zurück. Viebahn: „Ich bin hier mittlerweile 25-mal gestartet, da habe ich meinen Partnern mehr Fahrzeit gegönnt.“ Am Ende stand der Aston Martin auf Startplatz 60 im knapp 140 Fahrzeuge großen Feld, das bedeutete Rang 3 in der Klasse.
Das Rennen begann bei strahlendem Sonnenschein und warmen Temperaturen – Witterungsbedingungen die das gesamte Wochenende herrschten. Die Tribünen waren vollbesetzt und die Stimmung großartig. Viebahn: „Die Atmosphäre ist immer wieder beeindruckend. Es macht einfach Spaß dabei zu sein.“
Doch die Motorsport-Party war schneller beendet als gedacht. Nach gut 90 Minuten wurde das Rennen mit der Roten Flagge unterbrochen. Ein Stromausfall im Boxengebäude – Ursache war eine überlastete Klimaanlage – verhinderte eine ordnungsgemäße Funktion der Tanksäulen.
Nach gut zwei Stunden Pause wurde das Rennen wieder aufgenommen. Startfahrer Viebahn erlebte bereits früh seinen ersten Aufreger. „Der Aston Martin ließ sich plötzlich nicht mehr schalten. Ich musste anhalten und den Wagen komplett neu starten. Grund dafür war wahrscheinlich die große Hitze. Auf jeden Fall haben wir gut eine Minute verloren. Ärgerlich, denn die BMW-Konkurrenz, die leistungsmäßig sowieso überlegen war, hatte einen weiteren Vorteil.“
Viebahn und sein Team hatten nun Rückstand. Die Mannschaft arbeitete sich langsam wieder nach vorn und lag bereits auf Rang 3 in der Klasse, als Viebahn den ersten Reifenschaden hinten rechts erlitt. „Da der Aston Martin gegenüber der Konkurrenz so schlecht eingestuft war, mussten wir angreifen. Wir waren auf einem guten Weg, aber der Reifenschaden warf dann alles über den Haufen.“ Und dabei blieb es während der folgenden Stunden auch nicht. Drei weitere Reifenschäden, immer hinten rechts, warfen das Aston-Martin-Team erst aussichtlos zurück anschließend komplett aus der Wertung.
Viebahn: „Ein frustrierendes 24h-Rennen. Unser Auto wurde durch die Einstufung extrem benachteiligt. Wir hatten ein Team, dass gut genug für den Klassensieg war, allerdings nicht bei diesen Voraussetzungen. Die Reifenschäden waren dann der Endpunkt. Wir kennen die Ursache nicht. Tatsache aber ist, das war nicht ungefährlich. Denn Reifenschäden auf der Nürburgring-Nordschleife bergen immer ein großes Risiko.“




