Europameister

Jörg Viebahn gewinnt nach einem aufregenden Finalwochenende auf dem Dünenkurs im Niederländischen Zandvoort den Titel: European GT4 Champion.

20131015-131427.jpgEin aufregendes und anstrengendes Wochenende liegt hinter Jörg, Adam und deren Team PROsport Performance.
Anstrengend in erster Linie wegen der ausgedehnten After-Race-Party ;-). Gerüchteweise sollen die beiden PROsport Protagonisten Viebahn/Christodoulou geholfen haben, die Clubs der Stadt morgens abzuschließen.
Die Teamleitung um Christoph Esser und Martin Woyke hofft darauf, keine Onlineveröffentlichungen eines holländisch singenden Engländers, kleineren Körperbaus erleben zu müssen.
Aber eins nach dem anderen…

Das Team reiste Freitag früh mit reduzierter Mannschaft, nur kleiner technischer Ausstattung sowie Ersatzteilen in Zandvoort an. Die Terminüberschneidung mit dem VLN-Lauf auf der Nordschleife ließ nichts anderes zu. Jörg hatte zwar ein kleines Polster von 13 Punkten Vorsprung, war sich aber seiner Sache nicht sicher:

20131015-130713.jpg „Bernhard von Oranje ist krankheitsbedingt nicht am Start. Das tut mir sehr leid für ihn, da er die ganze Saison ein zwar harter, aber stets fairer Gegner war. Die Teams Rob Severs/Cor Euser sowie Duncan Huisman/Luc Braams sind aber noch in Schlagdistanz. Hier in Zandvoort sind wir in deren Wohnzimmer unterwegs. Es werden noch 35 Punkte vergeben und die Kollegen wissen bei den zu erwartenden Witterungsbedingungen ganz genau, wo die Geister des Aquaplanings sitzen. Für dieses Wochenende habe ich dann mal den rechten blauen Schuh für die konservative Renntaktik eingepackt.“

Offenbar haben aber die Geister streiche gespielt und die Pfützen verschoben. Rob Severs jedenfalls, legte im freien Training seinen Lotus mal mit aller Macht ab und torpedierte dabei noch einen der Camaros, sodass beide Fahrzeuge irreparabel waren. Beide Fahrer mussten bewusstlos geborgen werden und wurden aus dem Medicalcenter in umliegende Krankenhäuser gebracht. Glücklicher Weise konnten beide am Montag schon wieder entlassen werden. So verblieb als einziger weiterer Titelanwärter das Duo Huisman/Braams.

Das 15- minütige Qualifying wurde ebenfalls durch einen Unfall unterbrochen. Die verbleibenden 12 Minuten wurden so zum Pokerspiel, da die Strecke langsam abtrocknete. Jörg entschied sich für Regenreifen und setzte mit 2:01:11 direkt ein Zeichen.
Zwei Sekunden betrug der Abstand auf die Verfolger. Weil dann aber die Funkverbindung zum Team abbrach, blieb er eine Runde länger als die meisten anderen Teams auf Regenreifen. Als Jörg dann die Boxen ansteuerte, war leider nicht mehr genügend Zeit verfügbar, die Reifen zu wechseln und eine Runde anzufahren. In der Folge erwies sich, dass nun „Slicks“ die bessere Wahl waren. Das Team konnte also nur kampflos mit ansehen, wie Jörg auf Platz 4 zurückfiel.

Am Nachmittag wurde dann der Sprint bei zwar kalten aber trockenen Streckenbedingungen gestartet. Wie erwartet konnten sich die zwei Ekris-BMW an der Spitze des Feldes behaupten. Jörg zog direkt an Braams vorbei und setzte sich gleich etwas ab. Braams musste das Rennen vor Jörg beenden und versuchte in den folgenden Runden den Rückstand zu verkürzen. In der 4. Runde kam es dann in der engen rechts/links-Schikane zu einer völlig unnötigen Kollision. „Braams hat einen Bremspunkt gewählt, der irgendwo zwischen Mut und Verzweiflung lag. Der Schlag traf mich vollkommen überraschend hinten rechts oberhalb des Rades. Junge mir brummt vielleicht der Schädel“ meinte Jörg nachdem er aus dem Auto ausgestiegen war. Der Radträger war gebrochen, wodurch eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. Braams:“ ich habe eine Lücke gesehen und dachte jetzt oder nie…,“ Jörgs Kommentar dazu war: „…ich weiß nicht welche Lücke der aus 50 Meter Abstand gesehen hat – vielleicht den Türspalt ?“

20131015-114314.jpgDer obligatorische „Antritt“ beider Fahrer bei der Rennleitung ergab dann eine eindeutige Klärung der Situation, die mit einer Verwarnung und einer Geldstrafe für Braams endete. Der Camaro war kerzengerade auf den Porsche zugeflogen und über den „Curb“ aufgestiegen. Der Porsche war schon in die Kurve eingebogen und wurde somit im rechten Winkel seitlich getroffen.

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Durch den Ausfall von Braams, bestand beim sonntäglichen 50-Minutenrennen lediglich noch eine theoretische Chance für Huisman/Braams auf die Meisterschaft.
Das Rennen wurde nach einem kuriosem Startvorgang, bei unter Wasser stehender Strecke nach nur 2 Runden berechtigt abgebrochen.
„Unser Porsche sieht zwar mal wieder aus wie eine zertretene Coladose, aber egal – MEISTER!!!!!!“

Die offizielle „Price giving Ceremony“ der S.R.O. findet Ende November in feierlichem Rahmen in London statt. Es ist zu erwarten, dass dort sicher auch eine längere Nacht des Feierns ansteht.

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