Jörg Viebahn bei der GT4-Europameisterschaft in Misano

Chaotisches Wochenende mit glücklichem Finale

„Das war ein anstrengendes Wochenende mit mehreren Katastrophen. Aber nach dem Sieg im zweiten Rennen sieht manchen in der Nachbetrachtung gar nicht mehr so schlimm aus“, erläuterte Jörg Viebahn nach Ende der Veranstaltung in Misano (Italien), wo die neue Saison der GT4 European Series startete. Der amtierende Europameister ging das Projekt Titelverteidigung mit seinem dänischen Partner Nicolaj Møller Madsen in einem Porsche Cayman von PROsport Performance an. „Zunächst hat alles noch funktioniert. Es gab zwar ein Problem im ersten freien Training, in der zweiten Trainingssitzung waren die Zeiten aber äußerst ansprechend“, so Viebahn, „der Schock kam dann am Abend.“

Auf Anordnung des Veranstalters musste PROsport Performance das Auto von Viebahn/Møller Madsen entgegen vorheriger Absprachen komplett umbauen. Viebahn: „Die Mechaniker waren damit am Samstagmorgen gegen 3.00 Uhr fertig. Der Cayman war danach quasi ein neues Auto. Unsere Testfahrten und Trainings konnten wir vergessen. Für das anstehende Zeittraining mussten wir improvisieren und eine Abstimmung nehmen, die wir so noch nicht gefahren waren.“

Dank intensiver Datenauswertung, viel Erfahrung und ein wenig Glück funktionierte das und der Prosport-Cayman von Viebahn/Møller Madsen stand in beiden Rennen auf der vierten Startposition. Anschließend verabschiedete sich das Glück aber erst wieder einmal. Startfahrer Møller Madsen kam im einstündigen Nachtrennen am Samstagabend keine Runde weit. Viebahn: „Nach einem guten Start wollte er sich in der ersten Runde noch auf Position zwei verbessern, doch das Manöver ging schief. Er hat einfach zu viel zu früh versucht. Wenn er abgewartet hätte, hätten wir sicherlich eine gute Platzierung herausfahren können, denn das Tempo der Spitzengruppe konnten wir locker halten.“

Zunächst aber waren noch einmal die Mechaniker gefragt. In einer weiteren Nachtschicht machten sie den Cayman erneut rennbereit. Viebahn gelang im zweiten Rennen ein Traumstart. Nach der ersten Runde war er Zweiter. Anschließend konnte er diese Position lange halten. „Allerdings habe ich mir, bei dem Versuch den Platz zu halten, meine Reifen ruiniert. Dadurch habe ich drei Plätze verloren. Ich habe als Fünfter die Box für den obligatorischen Stopp und Fahrerwechsel angesteuert“, so Viebahn.

Møller Madsen verlor zunächst noch weitere Plätze, kämpfte sich dann aber wieder bis auf Rang fünf nach vorn. Dort richtete sich der Däne ein, bis die Konkurrenz es mit dem Duo äußerst gut meinte. Viebahn: „Wir haben einfach Glück gehabt. Ein Aston Martin hat sich von der Strecke gedreht. Zwei KTM haben sich gegenseitig eliminiert. Und der Führende hat es schließlich kurz vor Schluss geschafft, das Safety-Car auf der Strecke zu überholen, was zum Wertungsausschluss geführt hat.“

Die Freude über den ersten Saisonsieg war natürlich riesig. „Unverhofft kommt oft. Trotz des glücklichen Sieges steht aber fest, wir war in dem 33 Teilnehmer großen Feld absolut konkurrenzfähig waren. Wenn es so weitergeht, können wir bei der Titelvergabe durchaus wieder ein Wörtchen mitreden.“

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