Rückschlag für Jörg Viebahn bei der zweiten Veranstaltung der GT4-EM in Brands Hatch

Aus Sicherheitsgründen kein Start in England

„Dieses Wochenende war ein großes Desaster. Das Thema Titelverteidigung ist zwar noch möglich, wird aber nur noch schwer zu realisieren sein. Tatsache ist, dass wir aus Sicherheitsgründen in Brands Hatch nicht gefahren sind“, stellte Jörg Viebahn nach dem Ausflug auf die britische Insel fest. Nach dem guten Saisonstart mit einem Sieg in Misano (Italien) wollte der amtierende GT4-Europameister mit seinem Partner Nicolaj Møller Madsen (Dänemark) im Porsche Cayman GT4 MR von Prosport Performance weiter punkten. Doch zunächst hatte das schnelle Duo ein Problem mit 32 Kilogramm Zusatzgewicht, das in den Porsche gepackt werden musste. Viebahn: „Wir haben nach Misano das Zusatzgewicht erhalten, weil wir gegenüber anderen Fahrerpaarungen als Pro/Am Kombination alle beide Rundenzeiten auf Pro Niveau fahren. Also sind wir vor dem Wochenende noch Zum Testen nach Zandvoort gefahren, um eine sinnvolle Abstimmung mit dem hohen Gewicht herauszufahren.

In England, auf der für uns neuen Strecke, haben wir schnell eine gute Abstimmung gefunden und waren im freien Training am Ende der schnellste Porsche.“


Misano 06-07.05.2017. GT4series Brand Hatch. Photo: Chris Schotanus

 

Im Qualifying lief es dann leider nicht mehr rund. Zunächst hatte Viebahn das Problem eine optimale Runde auf die Strecke zu bringen. Viebahn: „Wir haben den Eingangsluftdruck zu niedrig angesetzt, so daß ich den Peak des Reifens nicht richtig nutzen konnte. Das hat mich locker 8-9/10 gekostet. Das ist ärgerlich, aber so etwas passiert schon Mal.“ Anschließend konnte Teamkollege Møller Madsen zwar die beste Trainingszeit aller Porsche setzen, hatte dann aber bei einem weiteren Versuch einen kapitalen Abflug beim Anbremsen von Kurve 2. Diese Haarnadelkurve wird nach einer Kompression aus hoher Geschwindigkeit angebremst. Viebahn: „Nicolaj hat sofort gefunkt dass er ok ist, aber die Bremse ausgefallen sei. Wir konnten anhand der Daten den Hergang rekonstruieren und fanden heraus, dass unter bestimmten Bedingungen verschiedene Sensoren und Steuergeräte nicht richtig miteinander kommunizieren. Es scheint so zu sein, dass die enormen Fliehkräfte in den schnellen Kurven und Kompressionen von Brands Hatch ursächlich dafür sind. Im Ergebnis reduziert sich unvorhersehbar und plötzlich die Bremsleistung um 40%. Da niemand ausschließen konnte, dass dieses Problem jederzeit wieder auftreten kann, hat unser Teamchef Chris Esser entschieden das Auto von der Veranstaltung zurückzuziehen.“

Alle Porsche Markenkollegen der anderen Teams sind das Risiko eingegangen und dennoch gestartet. Im Rennen am Sonntag sind weitere 4 Porsche Cayman mit dem gleichen Problem verunfallt. Ein Fahrer wurde ins Krankenhaus geflogen, konnte aber glücklicher Weise am Montag wieder entlassen werden.

 

Als nächstes GT4-Rennen steht Pau (Frankreich, 19.-21. Mai) auf dem Programm. „WIr sind intensiv mit Porsche im Gespräch. Gemeinsam setzen wir alles daran die Thematik schnell zu lösen. Allerdings werden mein Team und ich nur in Frankreich fahren, wenn das Bremsproblem zu 100% behoben ist. Ich bin nicht bereit, ein zusätzliches Sicherheitsrisiko einzugehen.“, stellt Viebahn klar.

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